Internet-Reise führt meist über Süsterfeld
Erschienen in: Aachener Zeitung
Ausgabe: 32/2007
Autor: Malte Knuth

Netcologne und Synaix eröffnen hochmodernes Rechenzentrum. Schon 90 Prozent der Online-Urlaube durchlaufen Aachen.

Aachen. Ein wenig stolz sind sie schon auf den so genannten Euregiocenter, der in rund 13 Monaten Bauzeit entstanden war. Die letzte Schraube ist längst eingezogen, und so durften das regionale Telekommunikations- Unternehmen Netcologne und Informationstechnologie- Anbieter Synaix getrost die Einweihung des hochmodernen Gebäudekomplexes feiern.

Insgesamt drei Millionen Euro wurden von den Synaix-Gesellschaftern in den Bau des Euregiocenters investiert, in dem Netcologne seinen Kunden die Unterbringung von Servern anbietet, während sich Synaix dort um die komplette Abwicklung von Geschäfts- und IT-Prozessen kümmert. Zum besseren Verständnis der Firmenaktivitäten zieht Michael Benden, bei Synaix verantwortlich für Softwareentwicklung, gerne seinen Urlaubsvergleich: «Netcologne bietet quasi einen gezielten Hotelaufenthalt, wir kümmern uns mehr um die Komplettleistung, also die gesamte Pauschalreise.»

Beim Thema Sicherheit haben sie im Süsterfeld von Beginn an keine Kompromisse gemacht. Die dauerhafte Anbindung an das Internet ist durch mehrere Leitungen gesichert, ein eigener Dieselmotor garantiert Stromversorgung, auch wenn in der Umgebung die Lichter ausgehen. «Sicherheitsfragen sind eminent wichtig für uns», sagt Synaix-Mitarbeiter Volker Müller. «Die Brandfrüherkennung ist so sensibel, dass sie schon bei zu viel Staub anspringt.» Im Brandfall wird der betreffende Raum in 30 Sekunden mit Argon-Gas geflutet.

Zukünftigen Kunden stehen zwei Räume zur Verfügung, in denen eine Vielzahl von gesicherten Schränken auf neue Server warten. Platz ist genug. «Und in einen Kasten passen theoretisch 42 Server», so Alfried Klein-Borgmann von Netcologne. Der an der Eröffnungsfeier beteiligte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden zeigte sich erfreut darüber, «dass im Süsterfeld neue Gebäude entstehen und Aachen damit weiter Profil verliehen wird». Geschäftstätigkeit führe neben der Entstehung von Arbeitsplätzen auch zu Existenzsicherung und sozialem Ausgleich, so Linden.

Und in der Tat planen die beteiligten Unternehmen Neueinstellungen. «Aktuell arbeiten wir hier mit 36 Mitarbeitern, aber wir werden kurz- und mittelfristig sicher wachsen», sagte Benden. Netcologne beschäftigt am neuen Standort 20 Mitarbeiter, ein Teil davon kommen vom Unternehmen Westend, mit dem sich Netcologne zusammenschloss. Welche interessante Rolle der Standort Aachen im Bereich neuer Medien bereits spielt, macht auch eine andere Zahl deutlich: 90 Prozent aller Reisebuchungen in Deutschland laufen früher oder später über die Internetleitungen des Euregiocenters.

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Haben gut lachen: Volker Müller von der Firma Synaix (l.) und Alfried Kleine-Borgmann, Fachbereichsleiter bei Netcologne, präsentieren einen der neuen Schrankkästen zur Einlagerung von Servern. Foto: Michael Jaspers

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