IT-Berufe haben noch Zukunft
Erschienen in: Aachener Zeitung
Ausgabe: 02.07.2004
Autor: Rauke Xenia Grimm

Aachen. Zu Till Balthasars Ausbildungsalltag gehören auch Bücher. Gerade blättert er in einem über die Programmiersprache Java. Diese nutzt er, um verschiedene Anwendungen zu entwickeln.

«Häufig geht es um Automatisierung», sagt der 23-Jährige. Mit Büchern allein kommt er allerdings nicht weiter. Der Computer ist sein Hauptarbeitsgerät. Und natürlich Grips, denn nur, wenn er Sinnvolles in den Rechner schreibt, spuckt der nachher ein funktionierendes Programm aus. Wie das geht, lernt Balthasar bei der Aachener Firma Synaix, Gesellschaft für angewandte Informationstechnologie. Dort wird er zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ausgebildet.

Informationstechnologie gilt immer noch als eine Branche mit Zukunft - auch wenn der Boom mittlerweile vorbei ist. Für Schulabgänger ist die Ausbildung in den IT-Berufen aber gleichbleibend attraktiv. «Sie ist allerdings auch normaler geworden. Früher haben sich überwiegend Studienabbrecher aus der Informatik bei uns beworben. Heute sind es normale Schulabgänger», berichtet Stefan Fritz, der gemeinsam mit Michael Benden geschäftsführender Gesellschafter von Synaix ist. Sie bilden im IT-Bereich neben Fachinformatikern für Anwendungsentwicklung auch Fachinformatiker für Systemintegration - das sind die, die sich eher mit Hardware befassen - und Informatikkaufleute aus.

Nicht immer bringen die Bewerber also das mit, was die beiden Synaix-Chefs voraussetzen: Spaß an und Vermögen zu logischem und abstraktem Denken, gute Englischkenntnisse, denn Englisch ist IT-Fachsprache.

Auch sollte die kreative Arbeit am Rechner nicht völlig unbekannt sein. «Abitur ist nicht unbedingt Vorraussetzung, geht aber meistens mit unseren Erwartungen an Sprache und logischem Denken konform.»

Bei Synaix - das liegt am Dienstleistungsschwerpunkt - ist außerdem der Kundenkontakt auch bei den Fachinformatikern ein wichtiges Element der Ausbildung. Vielleicht kann das ein Anreiz für Frauen sein, denn die sind in den IT-Berufen immer noch unterrepräsentiert.

«Es gibt viel zu wenig Frauen», bestätigt Benden. «Viele haben die Vorstellung von hochtechnisierten Arbeitsabläufen ohne Kontakt zu Menschen. Das ist aber ein Vorurteil, das nicht mit der Realität übereinstimmt.»

Auch Balthasar gehört nicht zu den Tüftlern und Denkern, die sich gern im Keller hinter mehreren Rechnern verschanzen: «Der Kundenkontakt gehört zum angenehmen Teil der Arbeit. Es macht Spaß, für die Kunden Konzepte zu erstellen und Änderungswünsche mit ihnen zu besprechen.»

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Klebt nicht nur am Bildschirm: Till Balthasar lernt Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und muss dafür auch Bücher wälzen.
Foto: Rauke Xenia Grimm

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