Aachen. Wessen Herz bei klassischen Konzerten immer dann höher schlägt, wenn die Bläser ihren Einsatz haben, kam am Wochenende auf seine Kosten. Das Quintett «Il Concertino» aus Köln machte den Auftakt der Quadrum-Konzerte am Aachener Dom mit dem Programm «Metamorphosen».
Das Interesse der fünf Musiker gilt dem Repertoire der «Harmoniemusik» aus der Zeit der Klassik und der frühen Romantik. Hiervon hatten sie auch in Aachen einiges mit im Gepäck. Dabei konzentrierten sich die Kölner auf so genannte Kleinmeister, die heute neben Mozart oder Beethoven kaum mehr eine Chance auf dem Konzertmarkt haben.
Zu Unrecht, wie sie mit Quintetten von Reicha und Danzi, einem Quartett von Rossini und einem Trio von Wiederkehr bewiesen. Leichte, sommerliche Musik - genau passend zum Abend.
«Il Concertino» spielt alles auf Originalinstrumenten oder auf Kopien davon. Dass diese Instrumente auch bei zeitgenössischer Musik kein bisschen verstaubt klingen, bewiesen die Bläser mit Soloauftritten: Michael Niesemann (Oboe) ließ drei Teile von Benjamin Brittens «Six Metamorphoses After Ovid», Ulrich Hübner (Naturhorn) «Spektrum» von Jean-Luc Darbellay erklingen.
Der Klarinettist Diego Montes spielte die von ihm komponierten «Rauchsignale» - eine Uraufführung - und holte dabei Töne und Klänge aus seinem Instrument, die man kaum erwartet hätte. Das Quintett wurde komplettiert durch Martin Sandhoff (Flöte) und Lorenzo Alpert (Fagott). Eine erfrischende, interessante Mischung von alter und neuer Musik.