synaix Newsletter Ausgabe 07/2010 vom 01.07.2010
Die meisten Deutschen bleiben Ihrem Passwort (viel zu) lange treu. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa- Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM unter rund 1000 deutschsprachigen Personen ab 14 Jahren.
Erschreckende Erkenntnis: 41 Prozent der Bundesbürger verändern demnach aus eigener Initiative niemals ihre Zugangscodes für Online-Konten, E-Mail-Postfächer, Auktionsplattformen, PC oder Handy. 8 Prozent der Befragten ändern ihre Kennwörter nur alle paar Jahre, 11 Prozent immerhin jährlich. 6 Prozent wechseln im Schnitt halbjährlich ihre Zugangscodes, 9 Prozent quartalsweise, 7 Prozent monatlich, und ein Prozent sogar wöchentlich.
Um Online- Kriminellen die Arbeit zu erschweren, sollten die wichtigsten Passwörter und Geheimzahlen alle drei Monate geändert werden, fordert Prof. Dieter Kempf vom BITKOM- Präsidium. Dies tun aber nur insgesamt 17 Prozent der Befragten. Dabei sind Frauen im Vergleich zu den Männern noch weniger wechselwillig: nur 12 Prozent der befragten Frauen wechseln Ihre wichtigsten Kennwörter mindestens einmal im Quartal; bei den Männern sind das 24 Prozent. Der Anteil derjenigen, die Ihre Zugangscodes nie wechseln, liegt bei den Frauen mit 45 Prozent etwas höher als bei den Männern mit 38 Prozent.
Erfreulich: die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 29 Jahre scheint für das Thema eher sensibilisiert zu sein: hier gaben 27 Prozent an, die wichtigsten Kennwörter mindestens quartalsweise zu ändern. Bei den Senioren über 60 Jahren sind es hingegen nur rund 4 Prozent.
Private Nutzer und Unternehmen fordert Kempf daher zum Umdenken auf. Firmen-PCs sollten durch entsprechende Einstellungen zum regelmäßigen Wechsel des Passworts auffordern; und auch hinsichtlich Mindestlänge und Schwierigkeitsgrad des Passwortes seien Vorgaben notwendig.
Dass das Geburtsdatum oder der Vorname der Freundin in Zeiten von Social Communities kein geeignetes Passwort darstellen, sollte eigentlich jedem klar sein. Internet- Kriminelle haben damit ein weit größeres Angriffsfeld und zielen immer mehr auf die digitalen Identitäten der Benutzer ab. Genauso wichtig wie den regelmäßigen Wechsel der Zugangscodes und sichere Kennwörter halten wir daher die Überlegung, wie viel von seiner Identität man im Internet preisgibt und verknüpfbar macht.