synaix Newsletter Ausgabe 10/2009 vom 01.10.2009
Um die Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen im ländlichen Raum voranzutreiben, will die Deutsche Telekom mit wesentlich mehr Gemeinden zusammenarbeiten als bislang geplant. Im Laufe dieses Jahres wird der Konzern nach eigenen Angaben etwa 750 Kooperationsverträge mit Kommunen abschließen.
Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr, als die Telekom 400 Kooperationsprojekte abgeschlossen hatte. Für dieses Jahr waren bislang 500 Verträge vereinbart, hieß es aus der Konzernzentrale der Deutschen Telekom.
Der von der Bundesregierung geforderte flächendeckende Breitbandausbau weist gerade in ländlichen Gebieten noch viele weiße Flecken auf, an denen bislang keine DSL-Anschlüsse für schnellen Internetzugang verfügbar sind. Der Ausbau ist für die Telekommunikationsanbieter eine Kostenfrage, denn die Investitionen sind hoch, die Zahl der Kunden aber gering. Während die Telekom als einziger Anbieter Glasfaserkabel verlegt, bieten andere Unternehmen eher Funkverbindungen an. Viele zukünftige Nutzer bevorzugen aber die Anbindung per Glasfaser...
Die Kooperation für den Breitband- Ausbau nutzt also der Telekom und den Gemeinden. So hatte der Bayerische Gemeindetag jüngst eine Umfrage veröffentlicht, nach der mehr als 500 Gemeinden in Bayern Kooperationen mit dem Marktführer anstreben. Zudem haben der Bund und die Bundesländer Förderprogramme für die Versorgung der ländlichen Regionen aufgelegt.
Ein solches Finanzierungsmodell käme sicherlich einigen Unternehmen sehr gelegen. Vorsorglich stellt die Telekom aber klar, dass sie den flächendeckenden Breitband-Ausbau in Deutschland nicht alleine bewältigen wird. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit der Bundesnetzagentur, die der Telekom die Mieten gekürzt hat, die sie Konkurrenzanbietern für die Nutzung der Telekom-Infrastruktur in Rechnung stellen darf.