Digitalfotos langfristig sichern

synaix Newsletter Ausgabe 09/2009 vom 03.09.2009

Der Urlaub ist zu Ende – die Speicherkarte der Digitalkamera voll. Doch wie sichert man die Schnappschüsse und Kunstwerke auch langfristig? Die meisten Hobbyfotografen speichern die digitalen Bilder zunächst auf dem Computer – immerhin lassen sich von dort neben dem Betrachten auch gleich die nächsten Schritte zur Weiterbearbeitung starten:

- Das Ausdrucken oder die Weiterverarbeitung in Fotobüchern erfolgt weniger unter Sicherungsaspekten, sondern weil das Bild so gut gefällt und einfach zur Geltung kommen soll.

- Das Brennen der Bilder auf CDs, DVDs oder Blue-ray-Discs macht sie transportabel für den Austausch mit Freunden oder Familie und gibt zunächst ein gutes Gefühl: die Daten sind ja gesichert. Allerdings ist die Haltbarkeit von CDs und DVDs geringer als viele Benutzer annehmen. Daher empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung der Speichermedien, ob die Daten lesbar sind, diese sollte mind. ein Mal im Jahr erfolgen.

Neben der richtigen Aufbewahrung (trocken, kühl- und lichtgeschützt) gilt auch für diese Medien: Datenträger, die zur Sicherung dienen, sollten möglichst selten verwendet werden. Zum häufigen Zugriff auf die Bilder einer CD empfiehlt sich daher die Verwendung einer zweiten Kopie.

Deutlich vor Ende der erwarteten Haltbarkeit der Medien sollten die Dateien auf einen neuen Datenträger kopiert werden. Wenn abzusehen ist, dass das verwendete Dateiformat veraltet, sollte dabei eine Konvertierung auf ein aktuelles Format vorgenommen werden.

- Das Speichern von digitalen Fotos im Internet bietet den Vorteil, dass die Daten in zentralen Rechenzentren wirksam gesichert und archiviert werden. Damit befreit sich der Nutzer von der Sorge wo und auf welchen Medien er seine Dateien abspeichert und gegen Viren schützt. Der Zugriff erfolgt einfach von einem Internetanschluss und kann damit auch anderen ermöglicht werden. Kostenlose wie kostenpflichtige Lösungen bieten zudem Zusatzangebote wie digitale Fotoalben oder Web-Communitys und Hilfen zur Fotoverwaltung.

Da der Benutzer hierbei seine Daten und deren Sicherheit aus der Hand gibt, ist das Vertrauen in den Anbieter ein wesentlicher Aspekt. Daher ist es wichtig, sich zuvor eingehend über den Dienstleister zu informieren und die Nutzungs- beziehungsweise Vertragsbedingungen genau zu prüfen.

- Das Speichern auf externen Festplatten verspricht eine längere Haltbarkeit und vor allem ein größeres Datenvolumen als CDs oder DVDs. Eine Möglichkeit zur Datensicherung und – Verteilung im Familien- oder Freundeskreis bietet z.B. die Speicherung aller digitalen Bilder auf einem NAS (Network Attached Storage). Dabei legt jeder Beteiligte die Daten auf seinem Dateiserver ab und übernimmt in regelmäßigen Abständen die Datenverzeichnisse der anderen Benutzer als Sicherung. So entstehen mehrere Sicherungskopien und zugleich kann man Familie oder Freunde an seinen Urlaubserlebnissen etc. teilhaben lassen.

Damit die Fotos auch jederzeit schnell abrufbar bleiben, sollte man sich unabhängig vom Speichermedium eine geeignete Verzeichnisstruktur und einheitliche Benennung überlegen. Zwar werden die Metadaten der Fotos wie Aufnahmedatum oder Belichtungszeit standardmäßig in Exif hinterlegt, doch daraus ist noch nicht der Anlass und Kontext der Aufnahme erkennbar. Als schnellste und einfachste Sortiermöglichkeit bietet sich eine Verzeichnisstruktur nach Datum mit Angabe des Ereignisses an.

Selbst für den „Gau“  - das irrtümliche Löschen von Bildern auf Festplatten oder der Speicherkarte in der Digitalkamera gibt es inzwischen Rettung: entsprechende Software aus dem Internet oder spezialisierte Dienstleister können die Daten wiederherstellen. Ganz wichtig dabei ist, dass keine neuen Daten auf den Datenträger geschrieben werden dürfen. Dadurch können Dateien endgültig zerstört werden, die sonst noch zu rekonstruieren sind.

Gemäß einer Umfrage im Auftrag des Bitkom sichern übrigens etwa 7 Prozent aller Digitalfotografierer ihre Daten nicht. Wenn man bedenkt, dass 58 Prozent aller deutschen Haushalte eine Digitalkamera besitzen, reden wir dabei über knapp 3 Millionen Personen…

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