synaix Newsletter Ausgabe 08/2009 vom 30.07.2009
Intel hat die bisher unter dem Codenamen "Postville" bekannten Solid State Discs auf den Markt gebracht. Das neue Modell "X25-M" (2,5 Zoll) der Mainstream Serie ist mit einer Strukturbreite von 34 Nanometern gefertigt. Die Solid State Discs sollen eine Alternative zu herkömmlichen Festplatten in PCs und Notebooks - insbesondere aber ultraflachen Laptops - darstellen.
Die SSDs basieren auf Multi-Level-Cell (MLC) NAND-Flashspeicher und verfügen über Kapazitäten von 80 und 160 GByte. Laut Intel bieten Solid State Disks eine wesentlich höhere Leistung, Stoßfestigkeit und Energie-Effizienz als traditionelle Festplatten, da sie ohne bewegliche Teile auskommen. Die SSDs enthalten eine SATA-Schnittstelle und kommen im gleichen 2,5-Zoll-Formfaktor wie die bisherigen 50-Nanometer-Varianten auf den Markt. Im direkten Vergleich bieten sie jedoch schnellere Zugriffszeiten sowie höhere IOPS-Werte (Input/Output-Operationen pro Sekunde) bei Schreibzugriffen: Die Zugriffszeit sinke um 25 Prozent und liege jetzt bei 65 Mikrosekunden. Zum Vergleich: Magnet-basierte Festplatten (HDDs) haben derzeit eine Zugriffszeit von etwa 4000 Mikrosekunden.
Die Großhandelspreise für die neue X25-M SSD mit 80 GByte Kapazität liegen bei 225 Dollar. Die Variante mit 160 GByte kostet 440 Dollar. Die Intel X18-M SSD im 1,8-Zoll-Formfaktor soll im dritten Quartal 2009 ebenfalls als 34-Nanometer-Variante erhältlich sein.
Zunächst aber werden sich auch Kaufwillige der X25-M noch etwas gedulden müssen: Wegen eines Problems mit dem BIOS-Passwort hält Intel die SSDs noch 2 Wochen zurück. Kurz nach dem Verkaufsstart musste Intel eingestehen, dass die Platten einen Fehler haben, der die SSDs komplett unbrauchbar machen kann. War die Platte mit einem BIOS-Passwort geschützt und der Nutzer versucht dann, das Passwort zu ändern oder zu entfernen, stellt die SSD den Dienst ein und die Daten sind weg. Auch wenn dieser Fall in der Praxis extrem selten ist, wie ein Intel-Sprecher betonte, rief das Unternehmen sofort einen Verkaufsstopp aus. Intel bewirbt die SSDs zwar mit dem Slogan "schneller und günstiger" - aber zu günstige Preise in naher Zukunft will das Unternehmen wohl doch nicht riskieren. Der Fehler soll durch ein Firmware- Update behoben werden, dass in zwei Wochen allen Nutzern über die Intel-Website zugänglich gemacht werden soll.
Ein weiteres Firmware- Update hatte Intel bereits für den Oktober angekündigt: Dieses soll den von Windows 7 unterstützten TRIM-Befehl unterstützen. Zudem sei ein Software-Tool in Vorbereitung, mit dem Endanwender auch unter Windows XP und Windows Vista die Leistung ihrer SSDs verbessern können.