Brennstoffzellen-Handy im Frühjahr 2009 am Markt

synaix Newsletter Ausgabe 11 / 2008 vom 04.11.2008

Der Elektronikkonzern Toshiba hat auf der CEATEC 2008 in Tokio ein Mobiltelefon vorgestellt, das seine Energie aus einer Brennstoffzelle bezieht. Zugleich kündigte das Unternehmen an, das Gerät in den nächsten Monaten auf den Markt zu bringen - und zwar bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2009.

Die "Direct-Methanol Fuel Cell" (DMFC) ist beim Prototyp W55T direkt in das Mobiltelefon integriert und versorgt dieses mithilfe einer Methanol-Sauerstoff- Mischung mit Energie. Die Brennstoffzellentechnik ist unter der Tastatur verbaut, wodurch das Mobiltelefon insgesamt etwas dicker wird. Als primärer Energielieferant wird eine Lithium-Ionen-Batterie eingesetzt, die durch die alternative Energietechnik aufgeladen wird. Die Laufzeit des Geräts soll sich dadurch verdoppeln.

Das für den Betrieb notwendige 99,5% Methanol liefert Toshiba in Einheiten zu 50 Milliliter. Das reicht aus, um das Handy etwa zehn Mal voll zu tanken. Die Kosten pro Einheit würden üblicherweise bei einigen hundert Japanischen Yen liegen, allerdings plant Toshiba den Preis auf etwa 100 Yen (0,72 Euro) zu reduzieren, berichtet das Technikportal Tech-On. Das Unternehmen plant den Einsatz solcher Brennstoffzellen auch für Digitalkameras, Laptops etc.. Dabei soll ein einheitlicher Kartuschentyp zum Aufladen von verschiedenen Produkten mit Brennstoffzelle genutzt werden.

Auch andere Unternehmen arbeiten an der alternativen Energieversorgung mit Methanol. Sony hat im Frühjahr eine Brennstoffzelle vorgestellt, die mit einer Lithium-Polymer-Zelle als Stromspeicher kombiniert ist. Die Entwicklung in der Größe einer Streichholzschachtel eignet sich ebenfalls zur Integration in elektronische Geräte wie MP3-Player. Als Unternehmen mit der größten Erfahrung in diesem Bereich gilt Angstrom Power. Die kanadischen Entwickler stellten bereits Anfang des Jahres eine Wasserstoff-Brennstoffzelle für Mobiltelefone vor, mit der die Laufzeit des Handys mit herkömmlichem Akku verdoppelt wurde. Konkrete Produktpläne für den Massenmarkt gibt es bisher jedoch nur von Toshiba.

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