Flughafen - das schwarze Loch für Notebooks

Berichtet wurde davon schon längere Zeit - nun hat das amerikanische Heimatschutzministerium es offiziell bestätigt: amerikanische Zollbeamte dürfen Notebooks und andere elektronische Datenträger, wie Handys oder auch MP3-Player, kontrollieren. Neben der reinen Kontrolle ist es den Beamten außerdem gestattet, Kopien von den Inhalten zu machen und diese sogar an Unternehmen der Privatwirtschaft weiterzugeben.

Begründet wird die Erlaubnis zur Weitergabe der Informationen durch die Notwendigkeit, verschlüsselte Informationen zugänglich oder auch Informationen in anderen Sprachen verständlich zu machen. Auch wenn die Rückgabe der elektronischen Geräte innerhalb einer angemessenen Frist geschehen soll, wurden bereits Fälle laut in denen Reisende eine geraume Zeit auf ihr Eigentum warten mussten.

Warten müssen wöchentlich auch mehrere tausend Laptopbesitzer auf die Herausgabe ihrer vergessenen oder gestohlenen Notebooks. Nach einer vom Computerhersteller Dell beauftragten Studie des amerikanischen Ponemon Institute gehen allein an den europäischen Flughäfen wöchentlich etwa 3.300 Notebooks verloren. Dabei rangiert der Flughafen London Heathrow mit 900 vermissten Rechnern pro Woche auf Platz eins der europäischen Flughäfen. Der Flughafen Schiphol in Amsterdam belegt Platz zwei und der Pariser Flughafen Charles de Gaulle Platz drei, beide mit je rund 700 Notebooks.

Neben den vergessenen Notebooks, die von ihren Besitzern - insbesondere Geschäftsreisenden - häufig in den Wartesälen liegen gelassen werden, wird eine nicht geringe Anzahl der Laptops auf den Flughäfen gestohlen. Die beste Gelegenheit für Diebe bieten die Sicherheitskontrollen, an denen die Rechner getrennt von den Besitzern und dem übrigen Handgepäck kontrolliert werden. Da bei den Geräten keine Zuordnung zu einer Person gemacht werden kann, bleibt der Studie zufolge weit mehr als jedes zweite Notebook im Fundbüro des Flughafens liegen. Mindestens ebenso erschreckend ist die Vorstellung, was mit den Notebooks an Daten verloren geht oder in falsche Hände gerät.

Im Vergleich zu den amerikanischen Flughäfen können die Europäer sich allerdings noch glücklich schätzen: In den USA gehen mit 12.200 Notebooks wöchentlich fast viermal so viele Notebooks verloren.

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