Internetanschluss statt Stereoanlage

synaix Newsletter Ausgabe 06 / 2008 vom 03.06.2008

Immer mehr Jugendliche ersetzen traditionelle Medien, wie die Stereoanlage oder den tragbaren CD-Player, durch einen Computer mit Internetanschluss. Insbesondere Unterhaltungsangebote des WWW gehören mittlerweile zum Medienalltag dieser Bevölkerungsgruppe.

Zu diesem Ergebnis kommt die kürzlich präsentierte Langzeitstudie "Medienkonvergenz Monitoring" der Universität Leipzig. "Wenn Jugendliche heute Musik hören, dann hören sie meist MP3-Dateien - sei es mit dem PC oder mit mobilen Playern - oder sie greifen gleich auf das Internet zu", heißt es in einer entsprechenden Erklärung.

Im Bereich der Wiedergabe- und Speichermedien kann man laut Studie sogar eher von einer Verdrängung als von einer Konvergenz sprechen. Besonders betroffen von dieser Entwicklung scheint die CD, die bei jüngeren Nutzern bereits zu einem Großteil vom MP3-Format abgelöst wird. Andere Bereiche sind jedoch weniger vom Verdrängungsprozess betroffen. So sind Online-Videos bei den Jugendlichen zwar sehr beliebt. Ihre starke Nutzung bedeute aber nicht, dass die Jugend nicht mehr fernsieht.

Laut der Studie konsumieren die Jugendlichen auf Videoportalen wie YouTube, Clipfish oder MyVideo nicht nur solche Beiträge, die von Nutzern selbst produziert worden sind, sondern auch Inhalte der "alten" Massenmedien. So schauen sich rund zwei Drittel der musikinteressierten jüngeren Nutzer Musikvideos im Netz an. Online-Videos zu Filmen nutzt jeder zweite Filminteressierte. Wichtiger Aspekt hierbei sind die neuen Nutzungsqualitäten des Internets, die es den Jugendlichen erlauben, sich individuell ihr eigenes Programm zusammen zu stellen. Zunehmend gefragt ist auch die im Netz gebotene Mitmach-Möglichkeit. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal selbst ein Video online gestellt zu haben. Bei Bildmaterial sind dies sogar 84 Prozent.

Das Projekt Medienkonvergenz Monitoring untersucht seit 2003 das Zusammenwachsen vormals getrennter Medienbereiche und Übertragungswege. Im Mittelpunkt der Langzeitstudie stehen Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren. Die Ergebnisse können online unter http://www.medienkonvergenz-monitoring.de abgerufen werden.

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