synaix Newsletter Ausgabe 06 / 2008 vom 03.06.2008
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) steht kurz vor dem Abschluss der Migration auf die Office-Suite von Sun Microsystems. Nach Auskunft von Sun Microsystems werde dann an rund 500 PC-Arbeitsplätzen der Bonner Behörde StarOffice von Sun im Einsatz sein. Bereits 90 Prozent der Mitarbeiter arbeiten mittlerweile bereits mit StarOffice.
Im BSI werden derzeit die Betriebssysteme Windows XP und Debian GNU Linux zu etwa gleichen Teilen auf den Arbeitsplatzrechnern eingesetzt. Um mit Microsoft Office auf Linux basierten Systemen aufsetzen zu können, wurde das Emulationsprogramm "Crossover Office" genutzt. Diese aufwändige Kombination konnte nur eine zeitlich begrenzte Lösung darstellen. So reifte im BSI der Gedanke, die Bürosoftware von Microsoft durch eine Alternative zu ersetzen. OpenOffice.org als quelloffene Software schien perfekt zur Open-Source-Strategie der Behörde zu passen. Bei der Umstellung in Richtung Open Document Format (ODF) kamen nur die Produkte OpenOffice.org und StarOffice 8 in Frage. Letztlich entschied man sich für die kommerzielle Variante StarOffice von Sun, um Support und Unterstützung beim Patchmanagement zu bekommen.
Den notwendigen Schulungsaufwand für die Migration schätzt Falko Tesch vom StarOffice Produktmanagement bei Sun als vergleichbar bzw. sogar geringer ein als für ein Update auf Microsoft Office 2007. Er begründet das mit der ähnlichen Benutzerführung der alten Microsoft-Office-Generationen und von StarOffice und bemerkt, für viele Nutzer sei es sogar einfacher, sich an StarOffice zu gewöhnen. Jeder Mitarbeiter des BSI konnte sich in einer zweitägigen Einführungsveranstaltung die Grundlagen von StarOffice Writer erläutern lassen. Auch zur Präsentationssoftware Impress und der Tabellenkalkulation Calc wurden Lehrgänge durchgeführt.
Da mit dem Wechsel auf das neue Programm auch ein Umstieg auf das offene Dateiformat ODF einherging, war neben der Schulung der Mitarbeiter die Umstellung der zahlreichen hausinternen Dokumentenvorlagen die größte Herausforderung. "Ein Großteil der unter Mircrosoft erstellten Dokumentenvorlagen konnte mit minimalem Aufwand nach ODF konvertiert werden", so Marc Schwis vom BSI. Ein geringerer Teil, insbesondere komplex aufgebaute Vorlagen, erforderten hingegen eine umfangreichere Überarbeitung.
In Zusammenarbeit mit einem externen Migrationsspezialisten wurde dabei der PDF- Exportfilter so überarbeitet, dass sich jetzt via "Exportieren als PDF" ganz einfach barrierefreie PDF-Dokumente erstellen lassen. Damit kann das BSI dem seit 2002 bestehendem Rechtsanspruch blinder und sehbehinderter Menschen auf barrierefreie Kommunikation mit Behörden gerecht werden.