synaix Newsletter Ausgabe 02 / 2008 vom 08.02.2008
Zu komplex, zu hohe Maintenance- Kosten und unflexibel im Hinblick auf die Anforderungen der Unternehmen - so fassen die Marktforscher von Forrester Research die Kritik an den heute üblichen Softwarelizensierungsmodellen zusammen. Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung wurden 25 Großkunden sowie 215 Business- und IT-Verantwortliche zu ihren Erfahrungen mit Software- Lizensierung und deren Preisen befragt.
Neue Trends wie Service orientierte Architektur (SOA) oder Software as a Service (SaaS) setzen nach Ansicht der Analysten Impulse für die Lizensierung und Preisgestaltung nach den Bedürfnissen der Kunden. Und die Kundenbedürfnisse kommen gerade bei kleineren Unternehmen heute oft zu kurz, berichten die Studienautoren R. Wang und Elisse Gaynor. So werden den Kunden beispielsweise Verträge übergestülpt, deren Funktionen sie nicht alle benötigen, für die sie aber komplett bezahlen müssten. Die Anforderungen eines zukünftigen Kunden würden in den ersten Gesprächen zwar noch aufgenommen, doch sobald der Kunde unterzeichnet habe, fänden sie keine Beachtung mehr.
Generell scheinen Änderungen im Lizenzumfeld nur schwer möglich zu sein und die Preisgestaltung wird von den Kunden als undurchsichtig beschrieben. Oft sei dem Kunden nicht klar, ob es einen Rabatt gegeben hat und wie dieser sich rechnerisch ermittle, heißt es in dem Report. Entsprechend haben die Entscheider das Gefühl, bei der Softwarelizensierung übervorteilt worden zu sein. So beurteilen 11 der 25 Großkunden- Verantwortlichen ihre Lizenzabkommen als zu komplex und zu teuer.
Als weiteren erheblichen Kostenfaktor führen die Befragten die Maintenance- gebühren an. Allein die Maintenance einer Suite betrage im Durchschnitt etwa 26 Prozent der Total Cost of Ownership einer Software. Als fair betrachten der Großteil der Verantwortlichen einen Satz von 24 Prozent oder weniger. Und in vielen Unternehmen werden die Maintenance Gebühren bezahlt, obwohl die Funktionen gar nicht genutzt werden.
Zugleich fürchten die Verantwortlichen mit zunehmender Dauer des Lizenzvertrages eine immer größere Abhängigkeit vom Hersteller. Bestandskunden bekämen häufig schlechtere Konditionen als Neukunden oder müssen bei Verlängerung die Streichung von Benefits wie kostenlosen Support- Calls hinnehmen, berichteten die Befragten.
Größere Flexibilität erwarten die Marktforscher von den neuen Ansätzen wie SaaS oder auch SOA. Mit solchen Modellen könne Transparenz und Berechenbarkeit in die Branche einziehen. Die Kunden werden dabei sicherlich neue Anforderungen stellen - und die Hersteller sollten darauf vorbereitet sein.